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Wandern Drucken E-Mail
Wandern ist eine Form des Gehens, eine Sportart oder Freizeitbeschäftigung, die in der Natur ausgeübt wird.

Wandern ist besonders in den Ländern, die an die Alpen grenzen, sehr beliebt, und ein zentraler Wirtschaftsfaktor des Sommertourismus, aber nicht an Berge gebunden. In Europa sind alle landschaftlich reizvollen Regionen weitgehend durch gewartete und markierte Wanderwege erschlossen.

Begriffsbestimmung

Man unterscheidet zwischen zweckfreiem und zweckgebundenem Wandern. Zweckfreie Wanderungen dient dem Selbstzweck, der Erbauung oder Ertüchtigung, während zweckgebundenes Wandern früher zumeist speziellere Gründe hatte wie Forschung, Arbeitssuche, Walz, Flucht oder Handel, oder in weiterem Sinne militärische Märsche.

Bei den heutigen Wandern als Freizeitgestaltung bzw. Sportart sind Wandertouren in Tagestour und der Weitwanderung zu unterscheiden.


Geschichte

Entstehung

Als erster historisch dokumentierter „zweckfreier“ Wanderer gilt der Italiener Francesco Petrarca, der 1336 mit seinem Bruder den Mont Ventoux (1.900 m) bestieg. Über viele Jahrhunderte nach ihm sind nur wenige weitere Wanderungen dieser Art dokumentiert. Erst mit der Aufklärung, namentlich mit Albrecht von Hallers Gedicht Die Alpen (1729) und Jean-Jacques Rousseaus Julie ou la Nouvelle Héloïse (1761), kam beim Bildungsbürgertum eine neue Naturbegeisterung auf.

Die neue Art der Fortbewegung, das Wandern, wurde zum Symbol der aufklärerischen Emanzipation des Bürgertums vom Adel. Aufrecht im Gang blickte man nun in die Welt und beobachtete Volk und Natur ungetrübt von Kutschenfenstern. Unzählige aufklärerische Wanderer erkundeten im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts Europa zu Fuß und schrieben ihre Erkenntnisse möglichst objektiv nieder. Dabei lag ein besonderes Augenmerk auf den sozialen und politischen Gegebenheiten der durchwanderten Gebiete. Als schillerndstes Beispiel gilt oftmals der Leipziger Johann Gottfried Seume, der 1801 zu einer Fußreise nach Sizilien aufbrach und nach neun Monaten über Paris nach Leipzig zurückkehrte.

Romantik

Anschließend an die Aufklärung übernahmen die Romantiker das Wandern und prägten sein Bild bis heute. Im Unterschied zu den Aufklärern war ihr Blick nicht mehr auf die sozialen und politischen Gegebenheiten gerichtet, sondern primär auf die Landschaft als Spiegel des eigenen Inneren. Sie suchten die Einsamkeit, um in ihr den Kosmos in sich selber zu finden.

Harz, Rügen und die Sächsische Schweiz waren damals die Lieblingsziele der Romantiker. Deren wilde unberührte Natur in Verbindung mit Wasser entsprach genau ihren Vorstellungen. Es entstanden unzählige Skizzen, Gemälde und Kupferstiche. Schließlich machten die Künstler die Regionen durch ihre Bilder so bekannt, dass es bei den wohlhabenden Herrschaften bald zum gutem Ton gehörte, diese Landschaft selbst zu sehen. Wer es sich leisten konnte wurde mit Sänften zu den Aussichten getragen, denn die damalige Kleidung, gerade die der Frauen, war alles andere als wandertauglich. Rückblickend betrachtet war dies der Anfang vom Tourismus in Deutschland.

Im 19. Jahrhundert wurden zunehmend weniger Städte erwandert, sondern man ließ sich in Kutschen oder mit der Eisenbahn zu den Ausgangspunkten in der Natur bringen, wo man auf immer mehr vorgegebenen Strecken lief. Wurden die Aufklärer noch angefeindet oder abschätzig angeschaut, so machten die Romantiker das Wandern salonfähig. Leider gerieten mit dem Einzug der Eisenbahnlinien viele dieser damaligen Wanderwege in Vergessenheit. In der Sächsischen Schweiz wurde sehr intensiv anhand von historischen Bildern der Wegeverlauf von Dresden ins Elbsandsteingebirge rekonstruiert. Heute ist der Wanderweg als Malerweg erwanderbar.

Institutionalisierung des Wanderns


Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer zunehmenden Institutionalisierung des Wanderns durch Wandervereine und Gebirgsvereine. Diese meist bürgerlichen und heimatverbundenen Vereine leisteten Pionierarbeit in der Erschließung der Natur durch Wanderwege, Wegweiser, Karten, Schutzhütten und Aussichtstürme. 1864 wurde mit dem Badischen Schwarzwaldverein der erste deutsche Mittelgebirgsverein gegründet, 1896 nach einem Bergwanderunfall die erste Bergrettungsstelle weltweit im österreichischen Mürzzuschlag (Bundesland Steiermark).

Deutscher Wanderverband

1883 in Fulda gegründet, ist der Deutsche Wanderverband die Dachorganisation der Gebirgs- und Wandervereine in Deutschland. Seine Mitgliedsorganisationen markieren und betreuen ehrenamtlich ca. 200.000 km Wanderwege. Im Verband sind 56 Gebietsvereine mit insgesamt 600.000 Mitgliedern organisiert. Zu den Satzungsaufgaben gehören neben der Wegearbeit und der Pflege des Wanderns auch Naturschutz-, Jugend-, Familien- und Kulturarbeit.

Naturfreunde

Die 1895 in Wien gegründeten Naturfreunde ermöglichten erstmals das Wandern für eine proletarische Schicht. Mit starker sozialistischer Prägung eröffneten sie erste Naturfreundehäuser, in denen proletarische Wanderer billig übernachten konnten. Heute gibt es in Deutschland rund 450 Naturfreundehäuser.

Wandervogel

Zur gleichen Zeit kam die Jugendbewegung auf, die 1901 in die Wandervogelbewegung mündete. Die Wandervögel waren meist jugendliche Schüler und Studenten, die aus den Städten in die Natur flohen und durch eine neue Lebensweise gegen die wilhelminische Gesellschaft aufbegehrten.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wandern aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





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