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Kino Drucken E-Mail
Das Kino, auch Lichtspieltheater, Lichtspielhaus oder Filmtheater, ist ein Aufführungsbetrieb für alle Arten von Filmen. Manchmal steht der Begriff auch für die Filmkunst an sich oder für das Erlebnis des Ins-Kino-Gehens.

Der Begriff Kino ist eine Kurzform der ins Deutsche übersetzten Bezeichnung für die Erfindung der Gebrüder Lumière, dem Cinématographe – zu deutsch Kinematograph. Beide sind aus griechischen Wurzeln gebildete Kunstwörter und bedeuten ‚Bewegungsaufzeichnung‘.

Geschichte

Vorgeschichte

Vorgänger – und zugleich Ausgangspunkte – des Kinos waren Schaubude und Panoptiken, wie sie zumeist an Jahrmärkten sowie in Städten zu finden waren. Dort wurden seit je her neben allerlei Kuriositäten auch optische Täuschungen präsentiert. Besonders beliebt und häufig zu finden waren dort etwa Stereoskope, mit denen man dem Besucher dreidimensionale Fotos darbot.

1893 präsentierte Thomas Alva Edison an der Weltausstellung in Chicago das von seinem Chefingenieur William Kennedy Laurie Dickson entwickelte Kinetoskop – einen Schaukasten, in dem jeweils eine Person kurze Filme betrachten konnte. Die Erfindung verbreitete sich in den Vereinigten Staaten, bevor der Cinématographe Lumière die USA erreichte. Die Lumière konnten sowohl Filme aufnehmen als auch abspielen. In den Vereinigten Staaten erfand Thomas Armat einen Filmprojektor, den er ebenfalls vor den Lumière gebrauchte.

Stummfilmzeit

Erste Filmvorführungen

Die erste öffentliche Filmvorführung fand am 5. Februar 1894 im New-Yorker Stadtteil Manhattan statt und wurde von Jean-Aimé LeRoy veranstaltet. Die erste nachgewiesen öffentliche Filmvorführung vor einem zahlenden Publikum fand am 1. November 1895 im Berliner „Wintergarten“ durch die Brüder Skladanowsky statt. Am 28. Dezember 1895 veranstaltete die Familie Lumière in einem Kellersalon („Salon Indien“) des „Grand Café“ in Paris die erste öffentliche Vorstellung gegen Eintrittsgeld in Frankreich. Die erste belegte öffentliche Kinovorführung Österreichs fand am 20. März 1896 in der Wiener Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren mit dem Lumière'schen Kinematographen vor geladenem Publikum statt.

Mit der Erfindung des Films, also „bewegten Bildern“ oder „lebender Fotografie“, wie das neue Medium damals häufig bezeichnet wurde, ergab sich eine neue Attraktion für die Schaubuden und Panoptiken. Nachdem die Gebrüder Lumière ab 1895 mit ihrem „Réversible“, dem Cinématographen – der sowohl die Wiedergabe wie die Aufnahme ermöglichte – die großen Städte der Welt bereisten und ihren Apparat bewarben, beschafften sich viele Schaubudenbesitzer oder andere geschäftstüchtige Personen das Gerät. Als Konkurrenz zum Cinématographe der Lumière kaufte Edison die Projektorversion von Armat und ließ sie unter dem Namen Kinetograph patentieren, produzieren und verkaufen. Auch die Erfinder und Geschäftsleute Max und Emil Skladanowsky und William K. L. Dickson entwickelten Filmapparate. Ihre Filmaufnahmegeräte und -projektoren verbreiteten sich jedoch nicht so rasch und in dem Ausmaß wie der Cinématograph der Lumière. Frühe Filmemacher und Amateurfilmer benutzten ihn, um Dokumentarszenen aufzunehmen. Schaubuden-, Panoptiken- und bald auch die ersten Kinobesitzer verwendeten ihn als Vorführgerät.

Zuerst wurden nur alltägliche Szenen oder gespielte Witze aufgenommen und gezeigt. Die Filme waren schwarzweiß, stumm, mit einer Bildgröße von 18x24 mm, also dem Seitenverhältnis von 3 zu 4. Sie wurden anfänglich mit einer Geschwindigkeit von etwa 16 Bildern in der Sekunde aufgenommen und vorgeführt – bis zum Tonfilm stieg sie auf 24 Bilder pro Sekunde. Da bis zum Tonfilm die Aufnahmegeschwindigkeit oft variierte und die Vorführgeschwindigkeit häufig um ein, zwei Sekundenbilder höher lag, sind die meisten Stummfilme immer eine Spur zu schnell zu sehen.

Abgesehen von Schaubuden waren auch Gasthäuser oder Hotels wichtige Orte der Filmvorführung. In manchen Fällen wurden entsprechende Räume dauerhaft zu Kinos umgestaltet. In anderen Fällen, vor allem in kleineren Städten und ländlichen Gebieten, wurden sie nur gelegentlich für Filmvorführungen genutzt, etwa wenn Wanderkinos zu Gast waren. Diese zogen zirkusartig von Ortschaft zu Ortschaft – manchmal waren es auch Zirkusse, die sich auch als Filmvorführer betätigten – um in Gasthäusern oder Gemeindesälen für mehrere Tage ihr Filmprogramm vorzuführen. Durch ihre ständige Wanderschaft benötigten sie vor allem in den ersten Jahren nur wenige Filme, die sie immer wieder vor einem neuen Publikum zeigen konnten. In den USA wurde außerdem das Programm der Varietétheater mit Filmen bereichert, was sich in Deutschland nicht durchsetzen konnte.

Die Filme überschritten selten die Länge von einer Minute. Der Reiz, „lebende Bilder“ zu sehen, war in den ersten Jahren ausreichend, große Menschenmengen zu begeistern. Erst als sich der Sensationswert allmählich erschöpfte, wurde begonnen, gegenwärtige Ereignisse zu dokumentieren oder kurze, in der Regel komische Geschichten aufzunehmen. Der Dokumentar- und Spielfilm respektive die Filmkomödie entstand. Dadurch konnte das Publikumsinteresse weiterhin aufrecht gehalten werden. In vielen Schaubuden nahmen Filmvorführungen größer werdenden Raum ein, während die anderen „Kuriositäten“ immer mehr zurückgedrängt wurden. Nach und nach, etwa ab 1900, gaben viele das Schaubudengeschäft vollkommen auf und widmeten sich nur noch den Filmvorführungen: Die ersten Kinos waren geboren. Bis zu einer flächendeckenden Versorgung der Städte Europas und in den Vereinigten Staaten mit Kinos dauerte es in den meisten Ländern jedoch noch bis etwa zum Ersten Weltkrieg. Danach war – einhergehend mit immer aufwändiger hergestellten und längeren Filmen – vor allem der Ausbau der Kinos vorrangig.

Die Entstehung des Lichtspieltheaters, des Kinos

Ab der Jahrhundertwende, als das Medium Film von immer mehr Personen als dauerhafte Errungenschaft und keine vorübergehende Kuriosität erkannt wird, werden nach und nach Kinos eröffnet – also Einrichtungen, die sich ausschließlich der regelmäßigen Vorführungen von Filmen widmen. Je größer sie wurden, desto mehr waren sie in ihrer Bauweise Theatern nachempfunden – sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten. Mit dem Wachstum der Filmproduktion, die immer mehr Genres für sich entdeckte und gegen Ende der 1900er-Jahre auch erste Filmstars hervorbrachte, wuchs auch die Größe der Kinos. Bis in die 1920er-Jahre entstanden so in den Großstädten richtige Kinopaläste, die in ihrer Architektur und Eleganz den prunkvollen Theatern und Opernhäusern meist um nichts nachstanden. In den ersten Jahrzehnten des Films spielten vor allem zur Versorgung kleinerer Städte und ländlicher Regionen die Wanderkinos eine bedeutende Rolle.

Mit der Elektrifizierung wurden viele Lichtspielhäuser als feste Einrichtungen in den Städten eröffnet. Zunächst waren provisorische Einrichtungen, umgebaut aus Verkaufsläden, die Regel. Sie wurden als Kintöppe bezeichnet und entsprechen dem amerikanischen Nickelodeon dieser Zeit. Ab 1908 entstanden immer größere und luxuriösere Neubauten, die das Aus für die Kintöppe bedeuteten.

Die inzwischen länger werdenden Filme wurden mit Klavier, in großen Kinos auch mit Orchester begleitet (siehe dazu Filmmusik). Bis 1927 gab es fast ausschließlich Stummfilme. In diesem Zeitraum entstanden monumentale Werke, wie beispielsweise „Cabiria“ (1912), „Die Geburt einer Nation“ (Birth of a Nation) von David Wark Griffith, Metropolis von Fritz Lang, Ben Hur von Fred Niblo (mit Farbsequenzen) oder Napoléon von Abel Gance, der bei diesem Titel auch mit Farbfilm, 3D-Film und Breitwandfilm (als Vorläufer von CinemaScope) experimentierte.

Im November 1896 eröffnete an der Friedrichstraße das erste Berliner Kino. Bekannt wurde Knopfs Lichtspielhaus am Spielbudenplatz der Hamburger Reeperbahn. Eberhard Knopf kaufte 1900 für sein „Konzert- und Automatenhaus“ einen Vorführapparat. Das erste Programm bestand aus drei Teilen, „1. Ankunft eines Eisenbahnzuges, 2. Einschiffung auf hoher See und 3. Ein Bauern-Wettreiten“ (Hamburger Tageblatt vom 1. November 1935). 1906 zog das Theater wegen des großen Erfolges in den eigens neu errichteten Anbau um. Das älteste, heute noch bespielte, Kino der Welt ist das Kino Pionier. Es wurde 1907 in Stettin (heute Szczecin, Polen) eröffnet. Der älteste noch im Betrieb befindliche Kinozweckbau Deutschlands ist das 1911 erbaute Filmtheater Weltspiegel, in Cottbus. Eines der ersten Kinos Österreichs war der „Münstedt Kino Palast“ im Wiener Prater. Dessen Betreiber Gustav Münstedt erhielt bereits 1902 die Konzession zur Errichtung eines Kinos anstelle der Singspielhalle.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kino aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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