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Inlineskaten Drucken E-Mail
Inlineskaten (auch Rollerskaten, Rollerbladen) ist sowohl eine Sportart, bei der man sich auf Inline-Skates fortbewegt, als auch eine Fortbewegungsmöglichkeit als Verkehrsteilnehmer. Inline-Skates sind Rollschuhe, bei denen die Rollen in einer Reihe (engl. in line) angeordnet sind, statt wie früher bei Rollschuhen üblich paarweise nebeneinander. Der Sport wird üblicherweise auf glatten Oberflächen wie Straßen, asphaltierten Wegen, Bürgersteigen oder speziellen Plätzen ausgeführt. Seit Beginn der 90er Jahre verbreitete sich die Trendsportart von Amerika aus in der ganzen Welt. 1995 wurden in Deutschland 3,5 Millionen Inline-Skates verkauft. 1999 skatete jeder sechste Deutsche mindestens einmal pro Monat. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts gehen die Verkaufszahlen zurück.



Geschichte

Der Belgier John-Josef Merlin entwickelte 1760 einen Schlittschuh mit zwei Metallrädchen an den Kufen, der eine Frühform der heutigen Inline-Skates darstellt. Die Grundidee wurde durch Holzrollen und Bremsen weiter verbessert. Aufgrund der schlechten Straßenbeschaffenheit (Kopfsteinpflaster) blieb den frühen Inline-Skates der allgemeine Durchbruch jedoch verwehrt. 1863 entwickelte der Amerikaner James Leonard Plimpton die herkömmlichen Rollschuhe mit jeweils zwei nebeneinander angebrachten Rollen, die sich durch besseren Halt und leichtere Steuerbarkeit auszeichneten. Sie verdrängten die Vorläufer der Inline-Skates fast vollständig vom Markt. 1979 konstruierte der Eishockey-Spieler Scott Olson den modernen Inline-Skate, um auch im Sommer nicht auf seinen Sport verzichten zu müssen. Er gründete die Firma Rollerblade und begründete damit die Verbreitung der Inline-Skates, die die bis dahin dominierenden Rollschuhe nicht nur überflügelten und ablösten, sondern auch einen ganz neuen Trend setzten.


Ausrüstung

Skates

Als Skate bezeichnet man die Einheit von Schuh, Schiene und Rollen. Je nach Anforderung gibt es verschiedene Arten von Skates wie Fitnessboot, Aggressive- oder Speedskates. Eine gute Passform des Skates ist aufgrund des erhöhten Stands wichtig.

Schutzausrüstung

Die üblicherweise empfohlene Schutzausrüstung besteht aus einem fest sitzenden Helm sowie Knie-, Ellbogen- und Handgelenk-Protektoren.


Grundelemente

Beschleunigen

Bei den ersten Schritten der initialen Beschleunigungsphase werden die Skates schräg (ungefähr im 40-Grad-Winkel) zur Fahrtrichtung gesetzt, um sich überhaupt in Fahrtrichtung abdrücken zu können. Sobald Fahrt aufgenommen wurde, geht die Bewegung in die eigentliche Skatebewegung über.

Inlineskaten ist vorrangig abwechselndes Gleiten auf einem Bein. Die Skatebewegung wird aus einer Fallbewegung heraus gestartet. Aus der Gleitphase mit gebeugtem Kniegelenk lässt man sich mit dem ganzen Körper nach innen fallen. Diese Fallbewegung wird durch eine kräftige Streckung des Beines (Abdruckphase) aufgelöst, wobei gleichzeitig der leicht nach hinten angehobene Skate des anderen Beines dynamisch nach vorne bewegt wird, um wieder zur Gleitphase aufsetzen zu können.

In der Abdruckphase driftet der abstoßende Skate nach außen, wobei die Skateschiene möglichst parallel zur Fahrtrichtung gestellt wird. Beim Abdruck wird im Wesentlichen über die Ferse gedrückt. Nachdem der andere Skate seine Gleitphase begonnen hat, löst sich der Skate des gestreckten Beines vom Boden und wird locker nach hinten bewegt (Erholungsphase). Er vollendet dann seinen Halbkreis und kommt zurück zur Anfangsposition der nächsten Gleitphase.

Nur zum Beginn der Gleitphase und Abschluss der Abdruckphase haben beide Skates für Sekundenbruchteile gleichzeitig Bodenkontakt. Entscheidend bei der Abstoßbewegung ist, dass das Bein und die Körperflanke in einer Linie bleiben. Nur so trifft der Abstoß voll den Körperschwerpunkt, was zu einer effektiven Beschleunigung und Fahrweise führt.


Bremsen

Die beiden gebräuchlichsten Bremsverfahren sind die Fersenbremse und die T-Bremse. Auch in der Pflugstellung oder durch Slalomfahren kann das Tempo vermindert werden. Schließlich gibt es auch Möglichkeiten, die Fahrt durch Querstellen der Skates abzubremsen (Powerslide).

Fersenbremse (Stopperbremse)

Der Skate mit dem Stopper wird soweit nach vorne geschoben, bis der Stopper den Boden berührt. Gleichzeitig wird das Körpergewicht auf den hinteren Skate ohne Bremse verlagert. Je tiefer man seinen Körperschwerpunkt dabei bringt, desto höher ist die Bremswirkung. Dabei wandert der Körperschwerpunkt auch nach hinten und verhindert ein Stürzen nach vorne. Im Vergleich zum T-Stopp sind die Kosten eines neuen Stoppers wesentlich günstiger als der Neukauf von Rollen.

T-Bremse

Bei der T-Bremse wird aus der Schrittstellung heraus das Körpergewicht auf das vordere Bein verlagert und der hintere Inline-Skate quergestellt und auf die Fahrbahn gedrückt. Die beiden Skates beschreiben dabei ein T. Die T-Bremse ist motorisch deutlich schwieriger als die Fersenbremse. Der hinterhergezogene Skate kann einen Drehimpuls um die Körperachse auslösen, wenn er nicht richtig aufgesetzt wird. Dies kann leicht zum Sturz führen. Nachteil der T-Bremse sind zudem ein einseitig hoher Verschleiß der Rollen und die relativ geringe Bremswirkung.

Die Schneepflugbremse

Bei dieser Bremsvariante bilden die Skates ein nach hinten geöffnetes V. Wie beim Skifahren müssen die Skates also driften, damit sie nicht ineinanderfahren. Da der Grip der Rollen auf trockenem Asphalt hoch ist, muss der Körperschwerpunkt möglichst tief und weit hinter den Skates sein. Die Bremswirkung dieser Technik ist hoch, jedoch ist es recht schwierig, die Balance zu halten.

Der Spin-Stop (Halbmondbremse)

Während man den Oberkörper verdreht, setzt der hintere Skate rückwärts zur Fahrtrichtung auf. Entsprechend dem Drehimpuls wird ein Bogen oder Halbmond beschrieben, bis man zum Stehen kommt. Diese Bremstechnik kann nur bei geringen Geschwindigkeiten angewendet werden.

Der Powerslide

Hierbei handelt es sich um eine effektive Bremstechnik mit einem kurzen Bremsweg. Sie erfordert hohes Können, da extreme Kurvenlage und fein dosierter Kantendruck nötig sind. Dabei wird eine Skate (wie beim T-Stop) quer zur Fahrtrichtung gestellt. Jedoch wird der Skate nicht hinterhergezogen, sondern er setzt vor dem Körperschwerpunkt auf, und fast das ganze Körpergewicht stemmt sich gegen ihn. In der Standardvariante fährt man rückwärts an und hält den Körperschwerpunkt möglichst tief, dann stellt man den einen Skate quer vor den anderen. Der hintere Skate rollt rückwärts und stabilisiert dabei die Schräglage. Der Powerslide kann auf rutschigem Untergrund oder auf nasser Strecke eingeübt werden. Wenn der Skate nicht genau senkrecht zur Fahrtrichtung und vor dem Körperschwerpunkt geführt wird, kann wie beim T-Stop ein unerwünschter Drehimpuls entstehen.

Der Parallel Slide

auch Hockey Stopp genannt. Man fährt vorwärts an und stellt beide Skates parallel quer zur Fahrtrichtung. Dies ist die effektivste Bremsmethode.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Inlineskaten aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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